Reisebericht Soma Bay Tornado Kiteboat

KiteFun-Teilnehmer: Cornelia, Jürgen, Nico, Volker

Reisedatum: 26.4. bis 4.5.2019

Airport Stuttgart – Hurghada – Stuttgart

Flüge über ITS (DER Touristik, Reiseland Karlsruhe), Kiteboat über Tornado Surf Center, Sabine und Felix (Safaga, Soma Bay, Egypt)

Nachdem innerhalb des KiteFun-Vereins immer mal wieder über das Thema Kiteurlaub auf einem Safariboot fantasiert wurde, wurde es im Sommer 2018 konkret. Nadine warf einen Vorschlag zum Tornado Surf Center in Safaga in den Ring. Die kursierenden Fotos und Filmchen waren äußerst vielversprechend und so standen am 26.4.2019 Cornelia, Jürgen, Nico und Volker fingernägelknabbernd und bibbernd im Abflugbereich des so gar nicht frühlingshaften Stuttgarter Flughafens. Jürgen, der Baumhirte, hatte uns freundlicherweise allesamt unterwegs eingelesen und zum Airport geshuttelt. Nach ruhigem Flug standen wir ein Schläfchen später schon am Hurghada Int. Airport, wo uns ein breit grinsender und von Tornado organisierter Fahrer abholte und zum Ankerplatz unseres schwimmenden Hotels brachte. Pünktlich zum Sonnenuntergang wurden wir dort vom Eigner Felix empfangen und zum Buffet in Safaga ausgeführt. Nach Schneematsch in Stuttgart also kurze Hosen am ägyptischen Buffet. Frühes Aufstehen, Flug und reichlich kulinarische Feinigkeiten sorgten für ein frühes Begehren nach Horizontalfläche. Die Kabinengröße ist ausreichend bemessen, wem es in der Nacht unter Deck zu warm war, verzog sich auf´s Oberdeck und ließ sich vom Sternenhimmel in den Schlaf begleiten. Anders als in den Hotelanlagen entgeht einem auf dem Wasser das verliebte Säuseln der Mosquitos (Mojitos hingegen sind reichlich vorhanden, erzeugen aber ein völlig anderes Säuseln in den Ohren).

Die Nacht lag das Boot noch im Hafen. Das Frühstück stand pünktlich bereit, und es sollte nicht das letzte Essen werden, bei dem sich der Schiffskoch in den Mittelpunkt und die Herzen rückte. Die anschließende Fahrt zum Ankerplatz nutzen die meisten für ein After-Breakfast-Schläfchen, um Kraft für die anstehenden Ringkämpfe mit den Elementen zu sammeln.

Wer jetzt eine ausführliche Spotbeschreibung erwartet, soll sich besser die Fotos auf www.tornadosurf.com ansehen, GENAU SO SIEHT´S AUS!

Das Boot wird auf einer Seite vom Stehrevier umschlossen, das seinen Namen wahrlich verdient. Irgendwo zwischen knöchel- und knietief und ausreichend Platz, dass sich auch 50 oder 100 Windhunter sorgenfrei aus dem Wind gehen können. Wer Schulung gebucht hatte, wurde dort von den Instruktoren Lissy und Felix gründlich und mit Eselsgeduld in die Geheimnisse der Aerodynamik und der Kitekontrolle eingewiesen.


Wo das Boot ankert, fällt der Stehbereich steil ab ins offene Meer, wo Diskussionen über Platz erst gar nicht aufkeimen. Je nach Beschaffenheit des Meeresbodens Glattwasser oder Chop-Wellen – der reinste Abenteuerspielplatz für jedes Fahrlevel.

Durch die Lage des Bootes mitten im Revier wird es im 360°-Modus von mehr oder weniger routinierten Kitern umkreist. Trotzdem funktionieren Supervision und Rescue jederzeit flott und zuverlässig, niemand muss über Gebühr Salzwasser konsumieren, bis er vom Zodiac aufgefischt wird. Ganz allgemein war Service, Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Bordmannschaft ganz vorzüglich.

Wer unbedingt ein Haar in der Suppe suchen will, findet´s im Equipment. Schirme, Bars, Schlaufen, Pads sind in gutem Zustand, den Boards ist unterseitig die Flachwasserzone deutlich anzusehen. Helme, Westen und Trapezen aus dem Mietpool entsprechen im Zustand nicht unbedingt dem neuesten Stand. Die Stations-Betreiberin Sabine sicherte aber zu, dass neues Material bereits geordert sei.

Der Wind strengte sich am ersten Tag mächtig an, die Sessions gingen bis zum Sonnenuntergang. Und nach Sonnenuntergang? Etwas bedröppelt schlichen wir um die Instruktoren, ob wir denn nicht vielleicht eventuell und auch nur wenn es keine Umstände macht möglicherweise noch ´ne Runde auf´s Wasser könnten. Ohne mit der Wimper zu zucken bauten die Jungs passende Kites auf, die folgende Session zu dritt auf dem Wasser lief, bis die Dunkelheit dem ein Ende bereitete.

Dito am zweiten Tag. Nach 9.00 Uhr landeten am Boot Tagesgäste aus einem Hotel an, die vom Bordessen ebenso angetan waren wie wir. Zusammen mit den Tagesgästen herrschte unterhaltsamer Trubel, bis uns ab ca. 16.30 Uhr nach deren Rückfahrt der Spot allein zum Toben zur Verfügung stand und an Bord wieder entspannte Ruhe einkehrte. Der Wind hatte noch etwas Kraft in den Backen und trieb uns über´s Wasser vor sich her, solange die letzten Lichtschimmer noch ein gefahrloses Fahren (oder Fliegen, je nach Gusto) zuließen.

Hatte sich der Wind an den ersten beiden Tagen mächtig angestrengt, ging ihm am dritten Tag die Puste aus. Also war schnorcheln, tauchen, planschen, schwimmen angesagt. Die Nutzung der an Bord vorhandenen SUPs bot den Zuschauern an Bord großes Kino, die Lachkrämpfe waren Gerüchten zufolge noch am Flughafen Hurghada zu vernehmen und behinderten kurzzeitig den Flugbetrieb.

Was der Wind an diesem Tag schuldig blieb, machte der Schiffskoch wett. Dutzende Schüsselchen und Schälchen, gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten und Spezereien, standen am Buffet bereit und füllten sich auf geheimnisvolle Weise stets auf´s Neue. So vollgemampft, dass sogar die Diskussion über Verlauf und Rechtmäßigkeit der Grenze zwischen Baden und Württemberg verstummte, verbrachten wir den Tag in Sonne oder Schatten in den vorhandenen Beanbags und Hängematten. Gegen Abend wurde das Zodiac klar gemacht und wir zogen bei einer Wake-Session unsere Furchen ins Rote Meer, das so glatt vor uns lag, dass die Schleifer des Hubble-Teleskopspiegels vor Ehrfurcht erblasst wären.

Tag 4, der Wind hatte sich etwas erholt und Jürgen ließ den achtzehner Soul steigen – One-Man-Show! Bis der Wind weiteren Kitern erlaubte, an seiner Kraft zu nippen.

Kitesurfen findet überwiegend im Freien statt – nicht jedoch an Tag 5 und 6. No wind, no kite. Die Bordmannschaft setzte uns mit dem Zodiac am Strand ab. Wir gingen fremd – und besuchten Surf- und Kitemotion und das benachbarte Hotel Sentido Palm Royale. Und waren uns anschließend durchweg einig, mit Tornado alles richtig gemacht zu haben.

Tag 7 – fly or die: mit zornigen 40 Knoten brüllte der Wind heraus, was er die beiden Tage zuvor nicht über die Lippen brachte. 6 m² und 7 m² waren die dominierenden Schirm(chen)größen. Wer zuvor über Windmangel klagte, bekam jetzt seine Maulschelle. Atemberaubende Geschwindigkeiten und Flughöhen prügelten den Adrenalinspiegel auf Anschlag. Mit zitternden Ärmchen und Beinchen war das Shuttle-Boot, das uns zurück ans Festland brachte, schon fast eine Erlösung.

Die letzten Stunden bis zum Abflug bummelten wir in der New Marina Hurghada – ein Spektakel als Kontrastprogramm zu den vergangenen Tagen, bis es zu später Stunde in den Nachtflieger back to Stuttgart ging.

Résumé:

Was uns erwartet, wusste eine Woche zuvor keiner. Niemand von uns Vieren hatte zuvor an einer Kitesafari teilgenommen. Aber eine Bordmannschaft, die uns jederzeit hilfsbereit mit den richtigen Tipps und Kniffen unterstützte, ein Bordkoch, der uns über jeden Windmangel half (und unseren Körperschwerpunkt gefährlich hoch wandern ließ), ein schwimmendes Hotel statt Massenverköstigung in einer Bettenburg an Land – unser Résumé ist einstimmig: alles richtig gemacht, jederzeit wieder. Wer seine selbst gesteckten sportlichen Ziele hier nicht erreicht, kann die Ursachen nicht auf´s Revier schieben. Wer sich allerdings mit dem Vorsatz des Abnehmens hier einquartiert, der sollte auf ein grandioses Scheitern gefasst sein.

Und, Nadine, 1000 Dank, wir sind Dir was schuldig!

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